Was Christen Glauben

Grundsätze des christlichen Glaubens

Vergebung

geliebter Dieb

Vor 200 Jahren lebte ein Kapitän. Er fuhr mit seinem Schiff auf eine lange Reise und nahm einen Teil seiner Familie mit, dieses Mal seine Mutter. Eines Tages wurde ihm gemeldet, dass jemand sich bei den streng rationierten Vorräten bediente und Lebensmittel stahl. Der Kapitän war außer sich über diesen Vorfall, denn ohne Lebensmittel würden sie alle sterben. Er rief die ganze Schiffsbesatzung zusammen und gab allen zu verstehen, dass von nun an jeder ausgepeitscht würde, der unerlaubt Lebensmittel aus der Kombüse stehlen würde.

Nicht lange danach kam der Smutje zum Kapitän und informierte ihn über weitere Diebstähle. Glücklicherweise hatten einige Matrosen den Dieb auf frischer Tat ertappt. Es war jemand, mit dem er nicht im entferntesten gerechnet hatte: Seine eigene Mutter.

Er war hin und her gerissen. Was sollte er tun? Ließe er seine eigene Mutter auspeitschen, würde sie mit Sicherheit sterben. Ließe er sie ungestraft davonkommen, würde er gegenüber seiner Mannschaft völlig unglaubwürdig und stünde als ein Rechtsbeuger da.

Die Tatsache, dass die Mutter des Kapitäns die Lagervorräte stahl, verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Jeder war gespannt, was der Kapitän jetzt machen würde. Er war bekannt für seine Konsequenz und Gerechtigkeit, aber auch für seine gute und liebevolle Beziehung zu seiner Mutter. Was tat er also?

Er ordnete an, seine Mutter an den Mast zu binden und rief dazu die ganze Mannschaft zusammen. Dann befahl er, mit dem Auspeitschen zu beginnen. Der Maat holte zum ersten Schlag aus, als etwas Ungeheuerliches geschah: In diesem Moment beugte sich der Kapitän über seine Mutter und ließ sich selbst für sie auspeitschen.

Auf diese Weise gelang ihm beides: Es wurde der Gerechtigkeit Genüge getan und gleichzeitig seine Mutter vor dem sicheren Tod bewahrt. Die Strafe wurde bezahlt, aber es war der Kapitän selbst, der diese Strafe auf sich nahm. Er musste einen hohen Preis zahlen, aber er tat es aus Liebe und Barmherzigkeit zu seiner Mutter.

Ein verbrecher im Paradies

Als Jesus am Kreuz hingerichtet wurden, platzierte man auch zwei Verbrecher neben ihm – einer zur linken, und einer zur rechten Seite. Das mussten zwei wirklich schwere Jungs gewesen sein, denn die Kreuzigung als schlimmste und grausamste Todesstrafe war besonders üblen Verbrechern vorbehalten.

Einer von beiden begann, Jesus zu verspotten: „Wenn Du wirklich der Messias bist, dann steig doch vom Kreuz herab!“ – Der andere hörte das und wies ihn in die Schranken: „Fürchtest du dich denn immer noch nicht vor Gott, wo du doch in ein paar Stunden in der ewigen Verdammnis enden wirst? Wir werden zu Recht bestraft, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen. Aber er, Jesus hat nichts Unrechtes getan.“

Der zweite Verbrecher hatte verstanden, dass er vor Gott schuldig war und nichts Gutes mehr vorweisen konnte. Irgendwie spürte er, dass seine letzte Chance war – vielleicht erinnerte er sich auch nebulös an einiges, was Jesus gelehrt hat. Deshalb bat er ihn: „Jesus, denke an mich, wenn Du in Dein Reich kommst.“

Eine lebensrettende Erkenntnis in letzter Sekunde: Ich kann nichts tun, kann keine guten Taten mehr vorweisen, nichts rettet mich vor der ewigen Verdammnis. Nur Jesus, der hier unschuldig neben mir hängt, hat die Macht, mich zu erlösen, wenn ich mich an ihn klammere.

Es geschah das Ungeheuerliche, Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ [Luk 23, 43]

Wie in dem Beispiel vom Kapitän nahm Jesus am Kreuz die Strafe auf sich, die eigentlich dem Verbrecher zustand. Der starb zwar am Kreuz, aber die ewige Verdammnis wurde ihm erspart, indem Jesus für ihn durch Tod, Verdammnis und Hölle ging – und das, obwohl er selbst ohne Schuld war.

Jesus hatte in seinem Leben nichts Böses getan. Er liebte die Menschen, half ihnen, heilte sie, lehrte sie und zeigte ihnen den Weg zu Gott dem Vater. Trotzdem hassten die religiösen Führer ihn, weil er ihnen Heuchelei vorwarf. Er konfrontierte sie immer wieder mit Ihrer Verlogenheit, zum Beispiel damit, dass sie arme Menschen leiden ließen und gleichzeitig lauthals und selbstgerecht auf der Straße beteten.

Der Anspruch Jesu, der verheißene Messias (=Retter) und Sohn Gottes zu sein, auf den das Volk Israel hoffte, setzte dem ganzen die Krone auf. Eine solche Blasphemie konnten die religiösen Führer nicht dulden, deshalb brachten sie ihn vor Gericht und schließlich auch ans Kreuz.

Doch so niederträchtig und verbohrt ihre Haltung auch scheinen mag – sie war lediglich Auslöser der Kreuzigung Jesu. Der eigentliche Grund war ein anderer. Wir finden ihn in einer Weissagung des Alten Testaments – Jahrhunderte, bevor Jesus geboren wurde: „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ [Jes 53, 5]

An dieser und vielen anderen Stellen stellt die Bibel die eigentliche Ursache für Jesu Kreuzigung und Tod ganz klar heraus: Es ist die SCHULD der Menschen!

Der „Kapitän“ der Bibel heißt Jesus Christus. Er selbst war ohne Schuld, und er bezahlte für die Schuld aller Menschen. Aus Liebe warf er sich an unserer Stelle in die Verdammnis, durchschritt die Hölle und rettete uns damit vor dem sicheren Tod. Seine Auferstehung am dritten Tag nach der Kreuzigung ist das Zeichen, dass er als Gottes Sohn und Messias diese ewige Verdammnis überwunden hat. Er hat den Weg zu unserer Rettung für alle Zeiten frei gemacht! – Jetzt liegt es an uns, diese Rettung anzunehmen.

In der Bibel steht: „Gott aber hat uns seine große Liebe gerade dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Wenn wir jetzt von Gott angenommen sind, weil Jesus sein Blut für uns vergossen hat, dann werden wir erst recht am kommenden Gerichtstag vor Gottes Zorn gerettet. Als wir noch seine Feinde waren, hat Gott uns durch den Tod seines Sohnes mit sich selbst versöhnt.“ [Röm 5, 8]

Gerettet Durch Vertrauen

Es ist schwer, sich einzugestehen, nicht aus eigener Kraft Gottes Liebe zu verdienen oder in den Himmel zu kommen. Es ist eine Art Kapitulation, die mich meinen Stolz, meine vermeintlichen Verdienste, meine Selbstbestimmtheit kostet. Ich erkenne, dass ich letztlich nichts vorzuweisen habe, was die kaputte Beziehung zwischen Gott und mir kitten könnte, die ich durch mein schuldhaftes Verhalten an Gott, meinen Mitmenschen und mir selber verursacht habe. Es ist ein wenig so, als ließe ich alle meine Besitztümer auf der Titanic oder einem anderen sinkenden Schiff zurück und ergriffe den Rettungsring, den Gott mir in Jesus Christus durch seinem Tod am Kreuz und seine Auferstehung anbietet. Auch wenn wir weiterhin alle sterben müssen: Er hat ein für alle Mal die Macht des Todes gebrochen, um uns ein ewiges Leben bei Gott zu ermöglichen.

Doch fordert dies meine persönliche Entscheidung, die niemand für mich treffen kann: weder meine Eltern, mein Ehepartner, noch mein Pastor. Die Vergebung Jesu kommt nicht automatisch wie ein Regenguss: „Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.“ [Joh 3,16].

Dieses Wort „glauben“ ist kein reines Für-Wahr-Halten eines intellektuellen Gedankens oder ein Glaube in dem Sinne, wie morgen das Wetter wird. Dieser Glaube drückt Vertrauen in die Person Jesu Christi aus und hat eine starke Beziehungskomponente. An anderer Stelle wird es in der Bibel so ausgedrückt: „Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.“ [Joh 1, 12].

Was passiert, wenn ich diese Entscheidung getroffen habe und Jesus um Vergebung für meine Schuld gebeten habe? Die Erkenntnis und Erfahrung, Vergebung und eine erneute Beziehung zu Gott zu haben, wird von vielen Christen als überwältigend und gigantisch erlebt. Die Freude, die dadurch entsteht, wiegt weit mehr als das Aufgeben meines Stolzes und meiner Selbsterlösung. Neues Selbstwertgefühl, Versöhnung im Freundes- und Familienkreis und ein befreites Leben sind die guten Auswirkungen dieser Entscheidung.

Ich werde ein Teil des Ganzen und kann in einer versöhnten Beziehung zu Gott leben. Ich kann gute Werke aus der erleichternden Tatsache heraus tun, dass mir vergeben ist und dass Gottes Liebe und Vergebung mir durch diese Beziehung sicher sind.

Und auch wenn ich wieder mal Mist baue, so hat Jesus längst dafür bezahlt: „Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, erweist Gott sich als treu und gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben“. [1. Joh 1, 9]

Es gibt nichts Besseres!

 

 

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