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Liebe

„An diesem TAG schmiss mich meine Mutter raus“

Sich zu streiten ist etwas total Menschliches. Anschließend redet man darüber und verträgt sich. Aber hin und wieder wird es so laut, dass man den Gegenüber nicht mehr sehen möchte. Erst für einen Tag nicht mehr, dann für mehrere Wochen und letztlich geht man im Streit und will nie wieder etwas vom Anderen wissen. Die Verletzung ist groß und die Einsamkeit noch größer.


Eines Tages treffe ich meine Mutter auf dem Gehweg wieder und weiß nicht, was ich sagen soll.

Als ich zuhause rausgeschmissen wurde, war ich 17 Jahre alt. Ich lebte damals wie ich es wollte und ließ mir von niemandem reinreden. Würde ich alle Menschen von vornherein enttäuschen, würde niemand Anforderungen an mich stellen, das ganze Leben würde einfacher sein und auf Anstrengung generell hatte ich einfach keine Lust. Soweit meine These.

Das Ganze begann mit meinen Schulnoten. Die Enttäuschung war groß, als ich die erste schlechte Note schrieb. Nach mehrmaligem Das-nächste-Mal-klappt-es-bestimmt-besser wurde die Erwartung irgendwann so klein, dass es nur noch zählte, zu bestehen. Ich hatte keine Lust darauf, also schwänzte ich den Unterricht. Meiner Mutter gefiel mein Verhalten nicht, aber das war mir egal. Sie schimpfte sehr viel und versuchte durch harte Konsequenzen etwas in mir zu verändern. Hausarrest, Taschengeldentzug und eine Schulverwarnung. Wieso sich anstrengen, wenn ich auch so Spaß haben konnte?

Die ersten Partys wurden besucht und nächtliches Wachbleiben wurde normal. Mit den Partys kamen die Drogen. Zigaretten, Alkohol und Gras. Wieso es nicht tun, nur weil es illegal ist?

Irgendwann ging mir das Geld aus. Meine Mutter hatte immer ein bisschen Bargeld im Haus, was ich mir nahm. Ihr das Geld zu stehlen war nicht schwer und flog lange nicht auf. Es lief so gut, dass ich genauso anfing in Läden zu stehlen. Mein Leben wurde immer turbulenter und geriet aus dem Ruder. Ich hatte nichts mehr im Griff, ließ alles kommen, wie es wollte und ging den einfachsten Weg. Wieso Geld verdienen, wenn man auch so an alles kam, was man brauchte?

Dass alles vorbei war, mein Verhalten nicht mehr so weitergehen konnte und ich sehr viel falsch gemacht hatte, wurde mir erst bewusst, als die Polizei vor der Tür stand.

An diesem Tag schmiss mich meine Mutter raus.

Nun, Jahre später geht sie langsam auf mich zu und beginnt zu weinen. Sie breitet ihre Arme aus und nimmt mich in die Arme. Sie umarmt mich zutiefst liebevoll. Sie sagt, dass es ihr Leid tut, sie hat mich sehr vermisst.

Alles, was ich falsch machte, weswegen ich gehen musste, war in diesem Moment vergessen.

Josef: Verstoßen und verkauft

Echte Liebe erträgt auch Enttäuschungen, Ablehung und Verletzungen. Das zeigt die biblische Geschichte von Josef, nachzulesen in 1. Mose 37, 1ff.

Josef ist der zweitjüngste von zwölf Brüdern und Lieblingssohn seines Vaters. Er wird bevorzugt und bekommt die schönsten Gewänder gekauft. Sein neustes Stück ist ein bunter Rock.

Seine Brüder wollen schnell kein freundliches Wort mehr mit ihm wechseln. Sie waren sehr neidisch auf ihn und ihres Vaters Liebe zu ihm.

Josef träumt zwei Male, dass seine Familie sich vor ihm verbeugen würde. Seine Brüder können ihn schon bald nicht mehr leiden und planen, wie sie ihn loswerden konnten. Ihre Eifersucht und ihr Hass treibt sie soweit, dass sie ihn am liebsten tot sehen wollen.

Eines Tages wird Josef von seinem Vater zu den Herden seiner Brüder geschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Die nutzen diese Gelegenheit und wollen ihn umbringen. Nach einigem Hin und Her ändern sie ihre Meinung doch noch und lassen ihn am Leben. Dennoch soll er nicht ungestraft bleiben, also verkaufen sie ihren Bruder an Sklavenhändler, die ihn wiederum an den Oberaufseher der Leibwache und der Kämmerer des Pharaos von Ägypten weiterverkaufen.

Nach Hause zurückgekehrt erzählen Josefs Brüder ihrem Vater, er sei von einem Wolf getötet worden und zeigen seine – zuvor in Lammblut getauchten – Kleider. Der Vater trauert lange um den vermeintlich toten Sohn.

In Ägypten segnet Gott Josef und schenkt ihm eine gute Stellung als höchster Diener des Oberaufsehers. Durch eine Intrige gerät er jedoch eines Tages ins Gefängnis – nachzulesen in 1. Mose 39,1ff. Dort trifft er nach einigen Jahre auf den Mundschenk und Bäcker des Pharaos. Eines Nachts träumen die beiden einen seltsamen Traum, und Josef weiß ihn zu deuten.

Zwei Jahre später träumt auch der Pharao einen seltsamen Traum, den kein Wahrsager übersetzen kann. Da erinnert sich der inzwischen freigelassene Mundschenk an Josefs zutreffende Deutung im Gefängnis und empfiehlt dem König, ihn nach dem Traum zu fragen. Josef wird herbeigeholt und erklärt: „Gott lässt dich wissen, was er tun will: In den nächsten sieben Jahren wird es in ganz Ägypten mehr als genug zu essen geben. Aber danach kommen sieben Jahre Hungersnot. Dann ist der Überfluss schnell vergessen, der Hunger wird das Land auszehren. […] Gott hat dies fest beschlossen!“ [1.Mose 41, 28ff]

Daraufhin ernennt der Pharao Josef zum obersten Verwalter und seinem Stellvertreter und beschenkt ihn reich.

Die Hungersnot erreicht schnell auch die Nachbarländer, deren Bewohner nach Ägypten kommen, um bei Josef Getreide zu kaufen. Unter ihnen sind auch die Brüder Josefs.

Josef gibt sich vorerst nicht zu erkennen und möchte prüfen, ob seine Brüder noch die selben waren. Er schmuggelt ihnen einen goldenen Kelch in ihr Gepäck und klagt sie an wegen Diebstahls. Er droht den jüngsten Bruder Benjamin ins Gefängnis zu werfen, doch die anderen Brüder setzen sich für ihn ein und bieten sich selbst als Sklaven an Benjamins Statt an.

Als Josef das hört fängt er laut an zu weinen und gibt sich seinen Brüdern zu erkennen. Trotz allem, was sie ihm angetan haben, vergibt er ihnen und schließt sie in die Arme.

Gottes „Unkaputtbare“ Liebe

Gottes Liebe ist grenzenlos. Sie war es immer!

Gott hat die Welt und uns Menschen geschaffen wie ein großer Künstler, vom kleinsten Atom bis zu den Sternen im unermesslichen All. Und dort hinein hat er uns Menschen gesetzt – „nach seinem Bilde“ sagt die Bibel. [1. Mose 1, 26ff]. Und er wollte zu uns eine nahe und persönliche Beziehung haben – so jedenfalls wird das Zusammenleben Gottes mit den ersten Menschen im Garten Eden beschrieben.

Alles schien perfekt, bis der Mensch sich von Gott abwandte und sein „eigenes Ding“ machte – dem expliziten Wunsch Gottes zuwider. Alles Verstecken und Lügen half nicht. Die Vertrauensbasis war zerbrochen. Adam und Eva wurden aus dem Garten Eden hinausgeworfen, die erfüllende und enge Gemeinschaft mit dem Schöpfer war verloren.

Trotz dieser Enttäuschung blieb Gott an den Menschen dran. Er schloss mit Abraham einen Bund und prophezeite ihm, dass aus seiner Nachkommenschaft ein großes Volk hervorgehen würde: Das Volk Israel. [1. Mose 12, 2]

Durch die gesamte Geschichte der Menschheit hindurch hat Gott immer wieder Kontakt zu den Menschen aufgenommen, ist mit ihnen durch Höhen und Tiefen gegangen. Genau wie Josef, der seinen Brüdern trotz ihres Verbrechens immer verbunden war, behielt Gott uns Menschen in seinem Herzen. Und genauso, wie Josef seine Brüder am Schluss wieder umarmt und ihnen vergibt, möchte auch Gott uns vergeben und bei sich haben wie ein guter Vater seine Kinder.

Gottes Liebe ist „unkaputtbar“. Sie übersteht unser Scheitern, unseren Trotz, unsere Ablehnung. Wenn wir unsere Irrwege eingestehen und zu ihm zurückkehren, schließt er uns liebevoll und ohne Bedingungen in seine Arme.

Egal, wie verletzt Du bist, was Du erlebt hast, wen Du enttäuscht hast – Gott liebt Dich. Vielleicht denkst Du, niemand hätte Grund, noch zu Dir zu halten – Gott ist da. Auch wenn Du fühlst, dass Du Dich an niemanden wenden kannst – Gott möchte Dein Freund sein.

Auch Dein Versagen und die Schuld, die Du vielleicht auf Dich geladen hast, halten Gott nicht davon ab, Dich zu lieben. Er möchte Dir Gnade schenken und wünscht sich so sehr, dass Du ihm entgegenläufst und mit ihm befreundet sein willst.

Er möchte Dir eine Chance geben. Eine erste, zweite oder auch ein zwanzigste Chance. Gott möchte eine persönliche Beziehung zu Dir aufbauen und Dich als seinen Freund und seine Freundin haben.

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